Wickel

Während bei Packungen mehr als die Hälfte des Körpers eingepackt werden, werden bei Wickeln nur einzelne Körperteile wie beispielsweise Gelenke oder Schenkel in ganzem Umfang eingewickelt. Auflagen liegen nur einseitig auf, wie beispielsweise Heilerde oder Quark, und umfassen nur einen gewissen Körperabschnitt, wobei Kompressen nur kleinste Körperteile bedecken wie beispielsweise die Herzkompresse.
Unmittelbar auf die Haut kommt das feuchte Innentuch, am besten aus groben Leinen, darüber etwas breiter ein trockenes Zwischentuch aus Baumwolle und darüber wiederum etwas schmaler ein trockenes Außentuch aus Wolle.
Kalte Wickel entziehen dem Körper sofort Wärme und bewirken im vegetativen System eine Steigerung des Sympathikustonus mit Blutdruckanstieg und Stoffwechselanregung. Nach etwa 5 Minuten läßt diese Wirkung jedoch nach, und es folgt eine Gegenreaktion des Körpers im Sinne eines erhöhten Entspannungszustandes (Vagotonus). Dabei kommt es zu einer erheblichen Muskelentspannung und somit auch zu einer entsprechenden Schmerzlinderung beispielsweise bei Verspannungsschmerzen.
Die Anwendung sollte 20 Minuten nicht überschreiten, wenn Wärmeentzug vorwiegend bei Entzündungen, Schwellungen und Fieber angestrebt wird. Anwendungen bis zu einer Stunde sollen zu einer reaktiven Erwärmung des Körpers bis hin zu Schweißausbruch führen, beispielsweise bei Bronchitis oder im Anfangsstadium einer Grippe.
Die Wirkungsweise der Wickel ist zunächst eine körperliche und psychische Entkrampfung und Entspannung. Die Durchblutung wird gefördert, der Stoffwechsel angeregt, und Schmerzen werden gelindert. Allgemein wirken Wickel beruhigend. Besonders erwähnenswert ist der Heublumensack, der fertig in der Apotheke erhältlich ist und der nach Dämpfen über 20 Minuten im heißen Wasser auf die entsprechenden Körperabschnitte aufgelegt wird. Die Liegedauer beträgt hier etwa 45 bis 60 Minuten. Der Heublumensack ist angezeigt bei Verspannungszuständen von Muskulatur und Magen- Darm- Trakt, bei degenerativen Gelenkerkrankungen und Verschleiß sowie bei akuter und chronischer Bronchitis.

 

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© 1999 Dr. William L. Mayo Association