Alexandertechnik

Eine von dem 1869 geborenem Schauspieler Alexander entwickelte pädagogisch- physiotherapeutische Entspannungstechnik, die es ermöglicht, durch Erlernen von bewußt durchgeführten Bewegungsabläufen Bewußtheit und praktische Intelligenz in eingefahrene Verhaltensmuster hineinzubringen. Es soll gelingen, das Bewußtsein auszudehnen und aufmerksamer mit stereotypen Reaktionen und Gewohnheiten umzugehen, um sich seiner selbst in vielen Aspekten verstärkter bewußt zu werden.
Der Organismus antwortet auf die Schwerkraft unaufhörlich mit Reflexen, die unter Einbeziehung anderer Reflexsysteme ein körperliches Gleichgewicht ermöglichen. Dieser Mechanismus wird von erlernten Reaktionen beeinträchtigt, die sich wiederum beispielsweise auf das Spannungsverhältnis von Kopf, Hals und Rumpf störend auswirken. Wird nun diese Beeinträchtigung bewußt wahrgenommen, so kann sie mit Unterstützung des Verstandes und entsprechenden Gegenmaßnahmen zielgerichtet unterbunden werden.
Mit einer Reihe von Übungen wird das optimale Funktionieren einer bewußten Selbstkontrolle geübt und ein sich entwickelndes sensorisch- kinästhetisches Bewußtsein trainiert. Gespeicherte unterbewußte negative Gewohnheiten sollen so ausgemerzt werden. Wenn Selbstkontrolle und Selbstbewußtheit heranwachsen, verbessern sich die Körperhaltung, der Kopf erhebt sich über den höchsten Punkt der Wirbelsäule, der Rücken streckt sich und befreit sich von dem unnatürlichen Druck, der auf ihm lastet. Durch diese verbesserte Integration reflektiver und willentlicher Elemente eines Reaktionsmusters werden Bewegungen und Handlungen eleganter und leichter.
Die Alexandertechnik verhilft auf diese Weise zu verschärfter stimulierender wie hemmender Selbstkontrolle, Selbstbewußtheit und Spontaneität und schenkt dem Übenden ein neues befriedigendes Gefühl von Leichtigkeit, Stärke und Freiheit.

 


© 1999 Dr. William L. Mayo Association