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Za-Zen
Asiatische Meditation ist inzwischen in aller Munde. Immer mehr Menschen üben sich darin, um ein Gegengewicht zum Streß des Alltags zu schaffen, um sich tiefgreifend zu entspannen, aber auch um über die Grenzen des eigenen Ichs hinauszuwachsen. Gefühle unbegrenzter Freiheit und Leichtigkeit offenbaren sich dem Geist, dem es gelingt, die Gedanken abzuschalten, um sich in der Weite des Himmels selbst zu verlieren.
Eine Form der Meditation ist Za-Zen. Wie die meisten Meditationen geht auch die Zen-Meditation über alle philosophischen und religiösen Systeme hinaus und ist somit an keinerlei Glaubensrichtung gebunden. Zen schlägt lediglich einen inneren Übertritt zur wahren geistigen Dimension des Lebens vor. Eine Reise zur Quelle des Ichs, die es ermöglicht, sich der geistigen Beeinflussung bewußt zu werden, die die gesellschaftlichen Lebensbedingungen geschaffen haben, um so zu einem klaren, wertfreiem Bewußtsein zu gelangen. Ein reines Bewußtsein welches es ermöglicht, wirklich in dem Moment zu leben, in dem das Leben stattfindet: hier und jetzt, den Augenblick achtsam wahrzunehmen und ihn voller Aufmerksamkeit und Freude dankbar zu genießen dies lehrt Zen.
Zen bedeutet aber auch Dienst an der Gemeinschaft, miteinander und füreinander zu leben. Ein Leben ohne Trennung mehr zwischen materieller und geistiger Welt. Diese Einheit wird zur Quelle gelebter ethischer Werte wie Rechtschaffenheit, Güte, Wohlwollen, Liebe und Respekt gegenüber jedem Lebewesen.
Die Technik des Za-Zen
Man sitzt mit gekreuzten Beinen, die Knie drücken gegen den Boden, wobei das Gesäß auf einem etwa 15 bis 20 Zentimeter dicken Kissen ruht. Der Rücken ist kerzengerade, das Kinn leicht zurückgezogen. Den Blick läßt man etwa einen Meter vor sich auf dem Boden ruhen. Die linke Hand ruht in der rechten Hand unterhalb des Bauchnabels, so daß die Handkanten den Unterbauch berühren. Die Atmung ist ruhig, man läßt sie strömen, ohne sie zurückzuhalten. Man konzentriert sich lediglich auf die korrekte Sitzhaltung und darauf, die Atmung bis zu maximaler Tiefe langsam und durch die Nase durchzuführen. Die Einatmung ist tief, aber schneller als die Ausatmung. Wie Wolken läßt man dann die Gedanken vorbeifliegen, bis sich der Himmel mehr und mehr aufklart und Gedanken und Sorgen uns nicht mehr beherrschen.
Diese Gefühle der Losgelöstseins und der unbeschränkten Freiheit verleihen nach und nach ein neues Lebensgefühl und ein neues, gelasseneres Umgehen mit dem Tag und dem Augenblick.
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© 1999 Dr. William L. Mayo Association 
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