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Vipassana-Meditation
Diese Meditationsform gilt als die ursprünglichste Meditation des historischen Buddha. Sie wird vor allem in den südostasiatischen Ländern, in Thailand, Burma und Sri Lanka praktiziert. Vipassana bedeutet soviel wie klar sehen. Daher wird diese Meditationsform auch als Einsichts- oder Erkenntnismeditation bezeichnet. Sie weist den Pfad zur Befreiung des Herzens und versteht sich als Methode zur Erforschung und Reinigung des Geistes und des menschlichen Seins an sich.
Um zu verstehen, was unter der Reinigung des Geistes zu verstehen ist, muß man einen Blick auf die sogenannten Vier edlen Wahrheiten des Buddhismus werfen. Diese sind:
- Die Tatsache von Konflikt, Schmerz und Leid in unserem Dasein ist zu erkennen, und es muß sich mit ihr auseinandergesetzt werden.
- Die Ursache des Leidens, das Nichtverstehen des Geistes, die dadurch bedingte falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit und das daraus resultierende Fehlverhalten wie beispielsweise nicht enden wollendes Verlangen, selbstzerstörerisches egozentrierte und selbstgeschaffene Probleme sind zu beseitigen.
- Die Möglichkeit der völligen Freiheit von allem Leiden, die innere Reinheit und Harmonie sind zu verwirklichen.
- Die zu diesem Ziel führenden praktischen Wege müssen angewendet und geübt werden.
Das Üben erfolgt in stabiler bequemer Sitzhaltung. Die Konzentration liegt auf dem Atem. Schweifen die Gedanken ab, so soll man dies registrieren, sich ärgern und akzeptieren, daß dies so ist, um dann immer wieder zum Atmen zurückzukehren. Auf diese Art und Weise kriechen nach und nach viele Strukturen aus dem Alltag ans Tageslicht, Angenehmes wird zu halten versucht, gegen Unangenehmes versucht man sich zu wehren.
Phantasien kommen und gehen, Schmerzen, Gedanken, Urteile, Trauer, Verwirrung, Zweifel, Hochgefühle ein Wechselbad der Gefühle ergießt sich. Plötzlich wird klar, daß alles kommt und auch wieder geht, daß nichts bleibt. Zusammenhänge zwischen gedanklichen Strukturen und Gefühlen werden offenbar, und organisierte Strukturen und Abwehrmauern lösen sich. Es wird deutlich, daß der Geist sich durch seine Wertungen, seine subjektive Wahrheit und damit seine Probleme selbst schafft. Man wird zum lächelnden Beobachter seiner eigenen Unzulänglichkeiten, und ein Gefühl von Freiheit und Gelassenheit stellt sich in zunehmenden Maße ein.
Ein Spruch, der dazu paßt, könnte lauten: Sei einfach mit den Dingen, so wie sie einfach sind.
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© 1999 Dr. William L. Mayo Association 
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