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Der Tanz der Derwische Die Tanzmeditation der Sufis
Der Tanz der Derwische wurde von Dschellaladin Rumi, einem persischen Sufidichter, als Meditationstanz entdeckt, als er spielenden Kindern zuschaute. Eine Hand ist zu Himmel hin geöffnet, die andere zur Erde. Dabei dreht man sich selbstvergessen wie verloren um sich selbst. In der Welt, in der wir uns bewegen, sieht man plötzlich nichts Festes mehr, alles ist in Bewegung, zieht am Auge vorbei. Alle Gegenstände verlieren plötzlich an Form, und Bilder verwischen sich, bis sich schließlich alles auflöst.
Sehr bald macht man die Erfahrung, daß ein Zusammenhang zwischen Denken und Gleichgewicht besteht: Je voller der Kopf ist, desto leichter gerät man ins Schwanken. Doch wer die Welt im Drehtanz an sich vorüberziehen läßt, der kann auch seinen Gedanken erlauben, zu kommen und zu gehen... und dazwischen kommt der Moment der Stille.
Zwei Gegensätze vereinigen sich: Innere Ruhe wird in einem Zustand der äußeren Bewegung gefunden. Das öffnet eine ganz andere Einsicht in das Leben, man lernt zuzulassen und loszulassen statt festzuhalten, ganz einfach, indem man sich dreht.
Begleitet von einer Trommel, beschleunigt sich der Rhythmus wie von selbst. Es ist wie das Eintauchen in einen Fluß, der langsam zum Strom anschwillt und das Herz zum Jubeln bringt. Das Herz als Zentrum der Liebe wird geweckt, Liebe zur Welt und zum eigenen Dasein. Wer durch das Herz immer näher an die uneingeschränkte Liebe zum Leben heranfindet, dem wird ein Lebensgefühl von überschwenglicher grenzenloser Lebensfreude, Spontaneität und Glück. Darüber hinaus wirkt die so wachgerufene Energie wohltuend auf den Körper und heilend. Es wird überflüssig, an alten Schutzmechanismen festzuhalten, so daß einer nach dem anderen davonfliegt und im sich im Tanz der Derwische in der Ekstase auflöst.
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© 1999 Dr. William L. Mayo Association 
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